Besoffene Sau im Glas

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Das Rezept könnte anstelle von besoffener Sau, auch bekiffte Sau heissen. Beides ist eigentlich richtig, denn ich verwende sowohl Alkohol als auch Hanfsamen für die Zubereitung.

Für das Rezept wurde ich inspiriert durch Benoît Violier aus Crissier der ebenfalls Jagd und ein ähnliches Rezept in seinem Buch „Die Küche des europäischen Haarwilds“ beschreibt – einfach mit etwas anderen Zutaten.

Grundsätzlich handelt es sich bei meiner besoffenen Sau um eine Rillette welche ich im Glas zubereite. Rilletten gehören in dieselbe Familie wir Terrinen, Pasteten, Galatinen und Rissolen.

Immer wird dabei das Fleisch – entweder Muskelfleisch aber auch Innereien zu einer Farce verarbeitet und anschliessend in einem Gefäss gegart. Die Vielfalt an Kombinationen von verschiedenem Fleisch und Gewürzen ist dabei fast unerschöpflich, was schlussendlich die Herstellung eigener Produkte so spannend macht.

Rilletten unterscheiden sich von Pasteten dadurch dass sie keine Teighülle haben – und von Terrinen dass sie meistens etwas fetter sind und das Fleisch mehrheitlich von Hand geschnitten wird und nicht alles durch den Fleischwolf gedreht wird.

Rezept für die besoffene Sau

1 Teil hochwertiges Stück Fleisch von der Wildsau
1 Teil durchwachsenes Stück Steakfleisch vom Hausschwein
1 Teil Halsspeck von einer alten Sau
1 Teil Enten- oder Hühnerleber

Ich schreibe hier absichtlich nur von Teilen – wichtig ist nicht die einzelne Menge in Gramm sonder das Verhältnis dass jeder Teil gleich gross ist. Als vier mal 500 Gram oder soviel man eben herstellen möchte.

Das Muskelfleisch schneide ich mit dem Messer in kleine Stücke.
Das Steakfleisch lasse ich durch die 3er Scheibe beim Fleischwolf
Den Halsspeck schneide ich mit dem Messer in kleine Stücke
Die Enten- oder Hühnerleber vakuumiere ich in einem Beutel und lege sie kurz für ein  paar Minuten bei 55 Grad in den Steamer.

Ohne Steamer kann die Leber auch kurz sautieren werden in der Pfanne. Wichtig ist dabei einfach, dass die Leber nicht zuviel Hitze bekommt und zäh wird.

 

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Anschliessend würze ich das Fleisch mit Salz und Pfeffer, Thymian und etwas Muskat.
Das Salz wiege ich immer ab. Grundsätzlich geh ich dabei immer von 18g pro Kilo Fleisch aus. So wir das Fleisch nie versalzen oder muss nich nachgewürzt werden. Kräutern und Pfeffer  verwende ich mehr nah Lust und Laune.

Die Hanfsamen röste ich kurz in einer grossen Gusspfanne an mörsere sie anschliessend fein. Ich mag es wenn ich beim Essen die Gewürze noch identifizieren kann – deshalb bearbeite ich die Samen nicht bis nur noch Staub vorhanden ist, sondern nur so dass sie etwas angeschrotet werden und ihr Eigengeschmack besser ins Fleisch dringen kann.

Anschliessend  vermische ich die Masse mit einem grossen Löffel und gebe grosszügig ein Glas Whisky dazu. In diesem Stadium ist es nicht nötig bereits eine Farce herzustellen. Locker vermischt langt alleweil.

 

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Die Masse kommt dann so zugedeckt für eine Nacht in den Kühlschrank zum marinieren.

Am nächsten Morgen mische ich das Fleisch während es noch kalt ist zu einer Farce. Damit eine schöne homogene Masse  entsteht schaue ich darauf dass ich nur mit kalten Zutaten arbeite!

Die Fleischmasse fülle ich dann in Weck-Gläser welche ich vorgängig im Steamer kurz sterilisiert habe. In jedes Glas kommt dann noch ein Lorbeerblatt, etwas Hanfsamen, Pfefer und rote Steinbeere. Dann werden die Gläser mit Gummi und Klammern verschlossen und ab geht es in den Steamer.

Da sterilisiere ich die Rillette bei 90 Grad während rund einer Stunde.

Vor dem Essen lasse ich die besoffenen Sau mindestens 4 Tage im Kühlschrank ruhen.

Sauber sterilisiert halten die Rilletten kühl gelagert mindestens ein halbes Jahr.

Wissenswertes über Pasteten und Terrinen
http://de.wikipedia.org/wiki/Pastete

Buchempfehlung
Benoît Violier – Die Küche des europäischen Haarwilds
http://www.weberverlag.ch/b%C3%BCcher/gourmet-genuss/beno%C3%AEt-violier-haarwild/

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